16. Ausgabe von Max & Julius als pdf im "Ausgabenarchiv"


An Deiner Fakultät ist die aktuelle Max & Julius vergriffen? Oder der Hund hat Dein letztes Exemplar gefressen? Kein Problem. Im "Ausgabenarchiv" findest Du das komplette Heft Nr. 16 als pdf zum Download.

 

 

„Ich sehe keine Zukunft für die islamische Welt.”

M&J im Gespräch mit Shuaib Nisar über die Baitul-Aleem-Moschee in Würzburg, die Frau im Islam und den Islam im 21. Jahrhundert.



Shuaib! Beschreibe doch unseren Lesern eure Gemeinde!

Unsere Gemeinde ist eine Reformgemeinde, die ursprünglich aus Indien stammt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen den Menschen unterschiedlicher Religionen zu fördern. Aufgrund dessen hatten wir zum Beispiel den Tag der offenen Tür am 24.3. 2012. Am selben Tag war der Weltfrauentag.

 

Was bedeutet genau Reformgemeinde?

Es bedeutet, dass die Gemeinde zu den ursprünglich friedlichen Lehren des Islam zugeneigt ist. Wir distanzieren uns vom Islam, der teilweise in den Medien kommuniziert wird. Wir sind eine Gemeinde, die sich zum Ziel gesetzt hat, die medialen Vorurteile abzubauen und den Frieden in der Welt zu fördern.

 

Sprecht ihr damit nur für euch oder für den Islam als Ganzes?

Wir sprechen für den gesamten auf Frieden beruhenden Islam. Jedoch erlebt die Welt des Islams eine brutale Situation und missbraucht den Islam für politisch motivierte Intentionen. Aufgrund der Terroranschläge und der schlechten medialen Darstellung ist der Islam in Verruf geraten. Dies führt dazu, dass es einen Generalverdacht gibt. Jedoch hat sich unsere Gemeinde seit dem 19. Jahrhundert zum Ziel gesetzt, den Frieden zwischen den Nationen sicherzustellen.

 

Der 24.3 stand auch unter dem Motto „Die Frau im Islam.” Wie würdest du die Frau im Islam beschreiben?

Man muss generell dazusagen, dass der Islam mit am meisten für die Rechte der Frau getan hat. Er gab ihr die Befreiung. Als der Prophet Mohammed erschien, war die Situation der Frau in der Öffentlichkeit desolat. Sie wurden geschlagen und gemordet. Er gestand der Frau erstmals Rechte zu.

Die Frau im Islam ist die moderne Frau, die die Lehren des Propheten signalisierte. Sie ist im Islam angehalten, sich zu bilden. Sie darf sich voll und ganz entfalten, und alle Berufe annehmen, die ihrer Würde entsprechen. Die Frau im Islam steht im Lichte der Aufklärung und Emanzipierung. Die moderne Frau im Islam hat heute alle Möglichkeiten.

 

Welche Berufe sind denn, wie du sagtest „unter der Würde” der Frau?

Das muss jede Frau für sich abwägen können. Es gibt einfach Berufe, die nicht der Würde der Frau entsprechen.Zum Beispiel?

Wenn eine Frau eine Kellnerin ist. Dann weiß man, sie hat sehr viel mit Männern zu tun. Es ist ja öfters so, dass in den Bars die Frau von Gästen angegraben wird. Sie setzt sich also in die Gefahr, verführt zu werden.

 

Die Autorin Ayaan Hirsi Ali spricht in ihrem Buch „Ich klage an”: „Frau im Islam sein heißt Unterordnung. Unter Gott, Vater, Bruder, Familie und Clan.” Wie siehst du das?

Frau Ali präsentiert ihre eigene Erfahrung mit einem extremistischen Islam. Dies jedoch ist nicht der Islam, der als ursprüngliche Lehre gilt. Es gibt keinen Vers im Koran von Unterordnung oder Benachteilung der Frau.

 

Trotzdem ist es bemerkenswert, dass es in Deutschland einen „Zentralrat der Exmuslime” Das sind meist Frauen, die sich vom Islam abgewandt haben. Damit haben sie mit ihrer eigenen Tradition und ihrer Familie gebrochen, um dieser Religion zu entkommen. Diese Institution ist in Deutschland einmalig und findet man bei keiner anderen Religion.

Das ist vorbildlich, dass man sich diese Frechheiten nicht mehr gefallen lässt. Jeder Mensch hat das Recht, sein Leben so zu entfalten, wie er es möchte. Jedoch die Erfahrungen von Necla Kele oder Frau Ali auf den gesamten Islam zu übertragen, halte ich für ein großes Vorurteil gegenüber der wahren Lehre.

 

Das Thema Zwangsehe und Ehrenmorde beherrscht die Medien zunehmend. Gerade Muslimische Frauen sind im hohen Maße Opfer dieser Verbrechen. Sind diese Missstände sind eher ein Problem der Bildung oder der Religion an sich.

Diese Problematik, ob Zwangsehe oder Ehrenmord, sind aus der Tradition bestimmter Lebensweisen entstanden. Dies jedoch hat mit dem Islam nichts zu tun. Man findet in der Lehre des Islam keinerlei Beispiele dafür. Der Prophet Mohammed selbst sagte: „Jede Frau hat die Wahl, zu heiraten wen sie möchte.” Diese Verbrechen mit dem Islam zu rechtfertigen, ist ein Angriff auf die Religion selbst und vehement zu verurteilen.

 

Und trotzdem gibt es vor allem in islamischen Ländern Zwangsehen und Ehrenmorde. Zwar sagst du, es habe nichts mit dem Islam zu tun. Trotzdem gibt es zumindest einen geographischen Zusammenhang.

Das ist ein sehr interessanter Punkt. Das Problem ist, dass die islamische Welt sich von der modernen westlichen Gesellschaft weit entfernt hat. Die meisten Länder sind, was Technologie und Wissenschaft angeht, Jahrzehnte zurückgeworfen. Obwohl der Islam eine historische Wissenschaft hervorgebracht hatte. Wir müssen feststellen, dass sich ein Moslem sich aufgrund dieser Rückständigkeit heute kaum zurechtfindet. Dies führt entweder dazu, dass er sich dem Islamismus zuwendet oder areligiös wird. Die Muslime haben es nicht geschafft, sich in die moderne Gesellschaft zu integrieren.

 

Es gab also keine Aufklärung im Islam?

Es gab eine Aufklärung in der frühen islamischen Zivilisation. Eine Art Aufklärung finden wir zwar in der Lehre des Islams, jedoch hat es der Fundamentalismus im Laufe der Jahrhunderte geschafft, diese zurückzudrängen. Dies führe zu einer enormen kulturellen Zurückgebliebenheit. Ein Phänomen davon sind eben die Ehrenmorde und die Zwangsheirat. Das Problem, das wir sehen, liegt in den sogenannten islamischen Ländern wie Saudi Arabien oder Iran. Da dürfen Frauen nicht mal Auto fahren. Jedoch hat das nichts mit dem Islam zu tun. Man hat schlicht den Anschluss verpasst und ihn verhindert. Zwar gab es die Jasminrevolutionen. Jedoch sehe ich langfristig keine Zukunft für die islamische Welt. Die Islamisten sind viel zu stark und einflussreich und missbrauchen die Lehre des friedlichen Islams.

 

Shuaib Nisar ist 26 Jahre alt und in der Baitul-Aleem-Moschee ehrenamtlich zuständig für die interkulturelle Zusammenarbeit. Das Interview führte Julian Plutz. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen und schreibt zurzeit seine Diplomarbeit.

 

 

 

 

„Jein“-Buchrezension

 

Ja? Nein? ... Jein! Kompass für den alltäglichen Gewissenskonflikt. Der Alltag ist gespickt mit Situationen, die uns zwingen Stellung zu beziehen. Doch wie trifft man eine Entscheidung, bei der es kein "Richtig" und kein "Falsch" gibt? Und wie vertritt man diese dann? In "Jein" werden alltägliche Probleme anschaulich dargestellt und aus verschiedenen Perspektiven philosophisch beleuchtet. Das sagt der KiWi-Verlag. Lohnt sich die Investition von 8.99 Euro aber wirklich? Mehr dazu auf unserer Kulturseite.

 

 
Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 20:37 Uhr

„Mozarts Claviere“

Mozartfest in Würzburg vom 1. Juni bis zum 1. Juli 2012


Quelle: mozartfest-wuerzburg.de

Das Mozartfest 2012 steht unter dem Thema „Mozarts Claviere“ und nimmt die Besucher auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der historischen Tasteninstrumente: Vom Clavichord über das Cembalo bis hin zum Hammerflügel – Mozart liebte sie alle.

Bei den Sinfoniekonzerten im barocken Ambiente des Kaisersaals der Residenz können Klassikfans Mozarts Klänge genießen. Renommierte Künstler wie der südafrikanische Hammerklavier-Star Kristian Bezuidenhout, der türkische Pianist und Komponist Fazil Say oder das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks garantieren dem Publikum außergewöhnliche musikalische Erlebnisse.

Insgesamt werden in diesem Jahr etwa 50 Veranstaltungen an über 20 verschiedenen Spielorten stattfinden. Das ausführliche Programm erscheint Mitte Februar 2012.

Mozartfest Würzburg, Rückermainstraße 2, 97070 Würzburg, Tel.: 0931/ 372336, info [at] mozartfest-wuerzburg [Punkt] de, www.mozartfest-wuerzburg.de

 

 
Freitag, den 02. Dezember 2011 um 16:50 Uhr

„Wenn wir unsere erste Platte hören,
sind wir schon manchmal peinlich berührt“

Torsten und Peter von der Band "Beatsteaks" über Tattoos, Peinlichkeiten und Großveranstaltungen


Peter, Thomas, Arnim, Torsten und Bernd (v.l.) von den Beatsteaks mit Dajana und Sahra (v.l.).


Die Beatsteaks gehören mittlerweile zu den bekanntesten deutschen Bands. Irgendwo im breiten Feld zwischen Alternative-, Rock- und Punkmusik bewegen sich die fünf Jungs aus Berlin. Am 23. November spielten sie in der Würzburger s.Oliver Arena – ein Grund für uns, zweien von ihnen mal auf den Zahn zu fühlen! Den ersten Teil des Interviews könnt ihr im Uniradio unter www.urwuerzburg.de anhören, den zweiten gibt’s hier für euch.

Dajana und Sahra: Wir als Englischstudenten fragen uns, wie ihr euch bei euren englischen Texten so sicher sein könnt? Lasst ihr die Korrektur lesen?

Peter: Auch, also manchmal sind wir uns einfach sehr, sehr sicher und lassen es auf den Versuch ankommen. Meine Frau ist Amerikanerin, die schaut sich die Texte manchmal schon durch. Und dann sag ich immer: „Bedenke künstlerische Freiheit. Wenn das nicht richtig falsch ist, dann lass es mal so stehen.“
Torsten: Da hat sich mittlerweile find ich ein ganz tolles Team rauskristallisiert. Also Arnim, Thomas und Peter sind text-hauptverantwortlich und Peters Frau weiß mittlerweile auch wie die so schreiben. Ganz toll.
Peter: Also bei der letzten hat sie nicht viele Texte bekommen, da waren wir uns ziemlich sicher. Da weiß man halt so ungefähr, was man machen kann.
Torsten: “Why you not“ ist falsch, man sagt dann halt “Don't“ oder so…